Hukuk Gündemi: Gürültücü komşuya karşı kiracının hakları — Av. Gizem Gonce

Mieterrechte bei einem lärmenden Nachbarn: Muss man ausziehen? — Rechtsanwältin Gizem Gonce

Nachrichteninterview | Rechtsanwältin Gizem Gonce

Der Mieter muss den Lärm seines Nachbarn nicht ertragen. Die Rechtsordnung schützt das Recht einer Person, in ihrer Wohnung in Frieden und Sicherheit zu leben.

Eines der häufigsten Probleme im Wohnungs- oder Wohnsiedlungsleben ist der von Nachbarn verursachte Lärm. Das Hören lauter Musik spät in der Nacht, ständiges Schreien, lautes Fernsehen, Renovierungsarbeiten oder im Haus ständig wiederkehrende störende Geräusche können zu ernsthaften Streitigkeiten unter Nachbarn führen.

Welche Rechte hat ein Mieter gegenüber einem lärmenden Nachbarn? Kann er den Vermieter um Hilfe bitten oder die Polizei rufen? Kann er den Mietvertrag wegen des Lärms kündigen und ausziehen? Kann gegen den lärmenden Nachbarn eine Räumung erwirkt werden?

Rechtsanwältin Gizem Gonce erläutert die rechtlichen Möglichkeiten für Mieter und die Punkte, auf die sie achten sollten.

Muss der Mieter seinen lärmenden Nachbarn ertragen?

Nein. Dass eine Person Mieter ist, bedeutet nicht, dass sie auf ihr Recht verzichtet hat, in der von ihr bewohnten Wohnung in Frieden und Ruhe zu leben.

Was hier wichtig ist, sind die Art, Häufigkeit, Dauer des Lärms und das Ausmaß, in dem er das Leben beeinträchtigt. Zum Beispiel müssen das Hören lauter Musik um Mitternacht, ständiges Schreien, kontinuierliches lautes Streiten im Haus oder wiederholte störende Verhaltensweisen aus rechtlicher Sicht bewertet werden.

Artikel 18 des türkischen Wohnungseigentumsgesetzes verpflichtet Wohnungseigentümer und Personen, die einzelne Einheiten als Mieter oder aufgrund eines anderen Rechtsgrundes dauerhaft nutzen, einander nicht zu stören. Diese Pflicht gilt somit sowohl für Eigentümer als auch für Mieter.

Kann die Polizei wegen des lärmenden Nachbarn gerufen werden?

Ja. Insbesondere bei nächtlichem Lärm, der den Frieden der Nachbarn stört, können die Strafverfolgungsbehörden eingeschaltet werden. Darüber hinaus können Beschwerden bei den städtischen Ordnungsämtern (Zabıta) eingereicht werden.

Artikel 36 des Gesetzes über Ordnungswidrigkeiten Nr. 5326 regelt das Verursachen von Lärm, der den Frieden und die Ruhe anderer stört, als Ordnungswidrigkeit. In diesem Fall ist die Verhängung einer Geldbuße (Verwaltungsstrafe) möglich.

Hier gibt es jedoch eine wichtige Unterscheidung: Nicht jedes gehörte Geräusch gilt automatisch als rechtswidriger Lärm. Die Art, die Zeit, die Intensität des Geräuschs und ob es ein Ausmaß erreicht, das den Frieden anderer stört, werden bewertet.

Kann der lärmende Nachbar bestraft werden, wenn er dasselbe Verhalten ständig wiederholt?

Ja. Die Wiederholung des Lärms, insbesondere wenn sie absichtlich und systematisch erfolgt, kann die rechtliche Dimension des Vorfalls verändern.

Artikel 123 des Türkischen Strafgesetzbuches regelt die Störung des Friedens und der Ruhe von Personen als Straftat. Falls jemand beharrlich Lärm ausgesetzt wird, nur um seinen Frieden und seine Ruhe zu stören, kann die Straftat in Betracht kommen, sofern auch die übrigen rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Hier reicht eine hohe Lautstärke allein nicht aus. Die vom Gesetz geforderten Elemente der besonderen Absicht und der Beharrlichkeit müssen ebenfalls vorliegen.

Welche Art von Beweisen muss gesammelt werden, um den lärmenden Nachbarn anzuzeigen?

Eines der wichtigsten Themen bei solchen Streitigkeiten ist die Beweisführung. Denn selbst wenn eine Person angibt, ständig gestört zu werden, muss sie nachweisen können, wie sich der Vorfall ereignet hat.

Ich empfehle Mietern, folgende Beweise aufzubewahren:

  • Aufzeichnungen, die Datum und Uhrzeit des Auftretens des Lärms zeigen.
  • Rechtmäßig erlangte Ton- und Bildaufnahmen.
  • Protokolle zu Meldungen bei der Polizei oder dem kommunalen Ordnungsdienst (Zabıta).
  • Aussagen anderer Hausbewohner, die Zeugen des Lärms waren.
  • Schriftliche Beschwerden an die Hausverwaltung.
  • Nachrichten und Schriftwechsel, die die Kontinuität des Lärms belegen.

Kann der Mieter wegen des Lärms Hilfe vom Vermieter verlangen?

Selbstverständlich. Der Mieter sollte den Vermieter zunächst schriftlich informieren. Dies ist besonders wichtig, wenn der Lärm schon länger andauert und eine Beschwerde bei der Hausverwaltung erfolglos geblieben ist.

Die Verantwortung des Vermieters ist je nach Art des Vorfalls und dem Ausmaß, in dem die Nutzung des Mietgegenstands beeinträchtigt wird, gesondert zu bewerten. Der Vermieter ist verpflichtet, den Mietgegenstand während der Vertragslaufzeit in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand zu halten. Es ist jedoch nicht möglich, den Vermieter für jedes Verhalten des Nachbarn direkt verantwortlich zu machen.

Kann der Mieter wegen des Lärms den Mietvertrag kündigen und ausziehen?

Die Antwort auf diese Frage ist nicht in jedem Fall gleich. Allein der Umstand, dass der Nachbar von Zeit zu Zeit Lärm macht, gibt dem Mieter nicht das Recht, den Vertrag automatisch und ohne rechtliche Konsequenzen zu kündigen.

Wenn der Lärm jedoch anhaltend, schwerwiegend und unzumutbar ist und die Nutzung der Wohnung durch den Mieter ernsthaft beeinträchtigt, können je nach den Umständen des Einzelfalls die Beendigung des Mietvertrags und andere rechtliche Ansprüche in Betracht kommen.

Hier muss der Mieter zunächst seine Beschwerden dokumentieren, den Vermieter schriftlich benachrichtigen und eine rechtliche Beurteilung des konkreten Sachverhalts vornehmen lassen. Das Einstellen der Mietzahlung oder das Verlassen der Wohnung ohne Feststellung der rechtlichen Grundlage kann zu schweren Rechtsverlusten führen.

Kann der Vermieter gegen einen lärmenden Nachbarn, der selbst Mieter ist, die Räumung erwirken?

Ja, unter bestimmten Bedingungen kann das Räumungsverfahren in Betracht kommen.

Nach Artikel 316 des türkischen Schuldrechtsgesetzes muss der Mieter gegenüber den anderen Bewohnern des Gebäudes und den Nachbarn die gebotene Rücksicht nehmen.

Ist die lärmverursachende Person Mieter und verletzt sie diese Pflicht, kann der Vermieter bei Wohnraummieten und Mieten über überdachte Geschäftsräume grundsätzlich schriftlich abmahnen. Dabei ist eine Frist von mindestens 30 Tagen zur Beseitigung des Verstoßes einzuräumen und die Kündigung für den Fall anzukündigen, dass der Verstoß nicht behoben wird.

Das Gesetz sieht jedoch auch die Möglichkeit einer Kündigung ohne Fristsetzung in bestimmten schweren Fällen vor, etwa wenn das Verhalten unerträglich geworden ist. Daher muss jeder Fall unter Berücksichtigung seiner eigenen Bedingungen bewertet werden.

Kann sich der Mieter bei der Hausverwaltung beschweren?

Absolut. Der Mieter kann einen schriftlichen Antrag bei der Haus- oder Wohnsiedlungsverwaltung stellen. Er kann von der Verwaltung verlangen, dass die Angelegenheit auf die Tagesordnung gesetzt, die betreffende Person verwarnt und die etwaigen Regeln im Verwaltungsplan angewendet werden.

Insbesondere der Umstand, dass sich mehrere Nachbarn über dieselbe Person beschweren, ist im Hinblick auf die Dokumentation des Vorfalls wichtig.

Mieter haben im Apartmentleben nicht nur Pflichten; sie profitieren auch von den Rechten, die das Zusammenleben erfordert.

Kann wegen des Lärms Klage gegen den Nachbarn erhoben werden?

Je nach den Umständen kommen zivilrechtliche Schritte und strafrechtliche Anzeigen in Betracht.

Artikel 737 des türkischen Zivilgesetzbuches verpflichtet Grundstückseigentümer, übermäßige Einwirkungen zu vermeiden, die ihre Nachbarn beeinträchtigen. Artikel 18 des türkischen Wohnungseigentumsgesetzes begründet ebenfalls die Pflicht, einander nicht zu stören.

Darüber hinaus kann es bei Streitigkeiten aus dem Wohnungseigentumsgesetz und dem Nachbarrecht erforderlich sein, vor Klageerhebung die Bestimmungen über die obligatorische Mediation anzuwenden. Welchen Anspruch der Mieter geltend machen kann und welchen Rechtsweg er beschreiten kann, muss nach den Besonderheiten des Falles bestimmt werden.

Kann der Mieter wegen des Lärm verursachenden Nachbarn Schadensersatz verlangen?

Ja, aber dafür müssen die Voraussetzungen der rechtlichen Haftung vorliegen und der Schaden dargetan werden.

Erleidet ein Mieter durch rechtswidriges und schuldhaftes Verhalten seines Nachbarn einen materiellen oder immateriellen Schaden, kann beispielsweise ein Ersatzanspruch nach den Vorschriften über unerlaubte Handlungen im türkischen Schuldrechtsgesetz geprüft werden.

Rechtliche Wege müssen insbesondere in Fällen geprüft werden, die über einen längeren Zeitraum andauern, das tägliche Leben der Person schwerwiegend beeinträchtigen und einen konkreten Schaden verursachen.

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